Praktische Lösungen, um sicher arbeiten zu können

22-4-2020

Als Koordinierender Allround Operator in Oosterhout (NL) koordiniert Thijs Keulemans den gesamten Produktionsprozess vom Rohstoffeingang bis zur Silowarenverladung. Wie wirkt sich die Coronakrise auf diesen Prozess aus? Thijs erklärt: „Wir können einfach nicht im Homeoffice arbeiten. Das bedeutet, dass wir ständig auf das Abstandhalten, Desinfizieren und Händewaschen achten müssen. Andererseits ist es sehr gut, dass unsere Arbeit weiterläuft. Die Coronakrise behindert unsere Arbeit in diesem Sinne nicht, doch es sind mehr Regeln zu beachten, man muss mehr aufpassen.“

Größere Abstände und viel desinfizieren

Thijs Keulemans im Kontrollraum

Die Arbeit an sich hat sich nicht verändert, so Thijs: „Es läuft einfach weiter, so, wie wir es kennen. Die Arbeitssituation hat sich dennoch verändert. Um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten, haben wir die verschiedenen Teams, wie Fahrer, Technischer Dienst und Operators, voneinander getrennt. Beispielsweise in der Kantine. Dort hat jede Gruppe nun einen eigenen, separaten Tisch und sitzt weit auseinander, während die Kantine früher der Ort war, an dem gemeinsam gemütlich zu Mittag gegessen oder eine Tasse Kaffee getrunken wurde. Ein weiteres Beispiel ist der Steuerungsraum, in dem Mischer und Presser früher nebeneinander saßen. Dieser Raum ist jetzt so eingerichtet, dass mehr Abstand vorhanden ist. Es wurde buchstäblich eine Linie zwischen beide Arbeitsplätze gezogen. Und nach jeder Schicht wird alles, was berührt wurde, gereinigt, sodass die nächste Schicht ‚sauber‘ anfangen kann. Es heißt jetzt wirklich: Abstand halten und viel desinfizieren, auch zwischendurch.“

Alle denken mit

Die persönliche Sicherheit steht für alle im Mittelpunkt, das versteht sich von selbst. Deshalb wurden noch weitere Maßnahmen ergriffen. „Um einige Beispiele zu nennen: Wenn sich Fahrer anmelden, erhalten sie Handschuhe. Es gibt mehr Kontrollen an der Wiegebrücke, an der die LKWs auf das Gelände kommen. Und normalerweise wird ein Fahrer, der zum Entladen kommt, von einem Silochef im Büro begrüßt. Das ist jetzt verboten. Alle Papiere müssen außerhalb des Büros ausgefüllt werden“, erklärt Thijs. Und fügt enthusiastisch hinzu: „Aber, ganz toll, das gesamte Team denkt mit und kommt mit praktischen Lösungen, damit es praktikabel bleibt. Es wurde am Büro des Silochefs ein Briefkasten aufgehängt, in den der Fahrer die Papiere einwerfen kann. Und dadurch entfällt ein weiterer Kontaktmoment. Ja, das ist in diesen verrückten Zeiten eine sehr schöne Erfahrung: Alle Mitglieder des Teams wollen einen eigenen Beitrag leisten und denken mit. Wir haben beispielsweise auch den Steuerungsraum neu eingerichtet, in dem wir gezwungen sind, die 1,5 Meter Abstand einzuhalten.“

Sorgen

„Ungeachtet dessen, dass sich alle an die Regeln halten und aufeinander achten, mache ich mir jedoch um einen Punkt Sorgen: Was passiert, wenn es an einem Standort zu einem Corona-Ausbruch kommt? Dafür liegt zwar ein Katastrophenplan bereit, doch es beschäftigt einen trotzdem. Man muss ständig gemeinsam gut überlegen, wie man intelligent mit dieser Situation umgeht und selbstverständlich die Regeln einhalten“, sagt Thijs. „Glücklicherweise ist die Atmosphäre untereinander gut. Und wir haben hier bisher keine Krankheitsfälle. Die Besetzung ist noch kein Problem, sodass wir gelegentlich auch einen Tag frei nehmen können.“

Herausforderungen

Herausforderungen bei der Arbeit gibt es jetzt ausreichend viele, doch das gilt auch für zu Hause. „Ich habe zwei Kinder, im Alter von 4 und 7 Jahren. Meine Frau arbeitet im Gesundheitswesen und wir arbeiten beide in Schichten. Glücklicherweise kann sie ihren Dienstplan auf meinen Dienstplan abstimmen. Der von mir steht nämlich ziemlich fest. Wir lösen einander zu Hause dann ab. Doch manchmal muss ich eine Stunde frei nehmen. Dadurch können wir die Betreuung der Kinder gemeinsam ermöglichen. Und die beschäftigen mich ausreichend. Neben der Hausaufgabenbetreuung nehme ich mir selbstverständlich die Zeit zum gemeinsamen Radfahren, Toben und Fußball spielen. Ich kann gerade nicht ins Fitnesscenter, deshalb halten sie mich jetzt fit“ lacht Thijs. „Doch es ist eine sonderbare Zeit. Umso wichtiger ist es, gemeinsam füreinander da zu sein, damit die Atmosphäre untereinander gut bleibt. Und vor allem, dass alle gesund bleiben, sowohl zu Hause als auch auf der Arbeit. Es geht jetzt mehr denn je um Geben und Nehmen, etwas füreinander zu tun.“